Krypto-Bank Bitwala plant zwei Prozent Zinsen auf Sparkonten

Handelsblatt -

Die Berliner Smartphone-Bank wächst schnell und will N26 angreifen. Schon bald soll es hohe Zinsen geben – und eine eigene Banklizenz. Doch es gibt einen Haken.

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Spätestens Anfang 2021 soll es so weit sein: Bitwala will Euro-Konten mit einem Ertrag von 2,0 Prozent und mehr anbieten, ohne dass die Kunden selbst Kryptowährungen tauschen müssen.

Angesichts der grassierenden Null- und Negativzinsen wäre das für viele Sparer ein verlockendes Angebot. „Wir arbeiten unter Hochdruck an diesem Produkt“, sagt Jones. „Es stellt die Quintessenz der Bitwala-Idee dar.“

Möglich machen soll die hohen Renditen die Nutzung von sogenannten „DeFi“-Anwendungen. „DeFi“ steht für „Decentralized Finance“, die neueste Ausprägung des Kryptouniversums. Gemeint ist damit ein auf der dezentralen Datenbanktechnologie Blockchain aufbauendes Finanzökosystem.

Die Idee ist simpel: Kryptowährungsbesitzer verleihen hier ihre Bitcoin und Co. kurzfristig an andere Nutzer, die damit auf den extrem volatilen Märkten Spekulationsgewinne anpeilen. Für das Verleihen der virtuellen Münzen gibt es eine Gebühr.

Ein erstes entsprechendes Angebot führt Bitwala seit Mai: das „Krypto-Ertragskonto“. In Zusammenarbeit mit dem Londoner Anbieter Celcius Network, nach eigenen Angaben Marktführer für Kryptokredite, erhalten Bitcoin-Besitzer aktuell rund 4,5 Prozent Zinsen, wenn sie ihre Münzen verleihen. Der Haken: Eine Einlagensicherung fehlt. Geht Celcius pleite, ist das Kryptovermögen im schlimmsten Fall weg.

Auf den geplanten Euro-Sparkonten können Bitwala-Kunden ihr Vermögen hingegen ganz regulär in Euro parken. Bitwala plant, einen Teil des Vermögens in Kryptoform zu verleihen, was die hohe Rendite möglich machen soll.

Die gesetzliche Einlagensicherung gilt auch hier nicht, dafür gelten eventuell weitere Sicherheiten nach dem Anlagerecht. So müssen die privaten oder institutionellen Investoren, die sich Kryptowährungen ausleihen, einen bestimmten Betrag an Bitcoin oder Ether als Sicherheit hinterlegen. Auch Bitwala selbst verfügt über Kryptovermögenswerte zur Absicherung. Dennoch bleibt das Risiko eines Totalverlusts.

Noch seien nicht alle Details des Plans ausgearbeitet, sagt Jones. Aber: „Wir rechnen gerade durch, wie hoch die gewährten Erträge sein können.“ Wichtig sei es Bitwala, die Nutzer vor Betrug im Kryptouniversum zu schützen. „Im Hochrisikobereich von DeFi sind bereits deutlich höhere Renditen drin. Wir rechnen konservativ.“

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